Du weißt es längst. Du tust es nur nicht.

Über die teuerste Lücke in deinem Business: Die zwischen Klarheit und Konsequenz.


Du hast die Bücher gelesen. Du warst in den Workshops. Du kennst deine Stärken, deine Werte, deine Zielgruppe, dein Alleinstellungsmerkmal. Du hast Notizen, Mindmaps, Screenshots und einen ganzen Ordner voller guter Vorsätze.

Und dein Business sieht immer noch so aus wie vor einem Jahr.

Nicht weil du dumm bist. Nicht weil dir Information fehlt. Sondern weil zwischen Wissen und Tun eine Lücke klafft, in die ganze Unternehmen fallen. Dein Unternehmen vielleicht auch.


Klarheit ist nicht das Problem

Das muss ich so deutlich sagen, weil die halbe Branche das Gegenteil behauptet.

„Dir fehlt Klarheit.“ „Finde zuerst deine Vision.“ „Du musst erst wissen, wer du bist, bevor du weißt, was du anbietest.“

Das klingt logisch. Und es stimmt für etwa fünf Prozent der Frauen, mit denen ich arbeite. Die anderen 95 Prozent haben Klarheit. Sie wissen, was sie tun wollen. Sie wissen, für wen. Sie wissen sogar, was es kosten sollte.

Sie tun es nur nicht.

Und statt zu tun, suchen sie nach noch mehr Klarheit. Noch ein Workshop. Noch eine Ausbildung. Noch ein Buch. Noch eine Methode. Weil „ich bin noch nicht so weit“ sich besser anfühlt als „ich traue mich nicht.“


Warum Konsequenz so schwer ist

Konsequenz bedeutet: Ich setze um, was ich entschieden habe. Auch wenn es sich unangenehm anfühlt. Auch wenn nicht sofort Ergebnisse kommen. Auch wenn jemand fragt „Bist du sicher?“

Klarheit ist eine Erkenntnis. Konsequenz ist eine Handlung. Und zwischen Erkenntnis und Handlung liegt die Angst.

Die Angst, dass es nicht funktioniert. Die Angst, dass jemand nein sagt. Die Angst, dass du dich festlegst und es falsch ist. Die Angst, sichtbar zu werden mit etwas, das vielleicht nicht perfekt ist.

Und diese Angst ist normal. Sie gehört dazu. Aber sie ist kein Grund, nichts zu tun. Sie ist ein Grund, es trotzdem zu tun.


Die beliebtesten Formen von Nicht-Konsequenz

Du erkennst dich vermutlich in mindestens drei davon wieder:

Das ewige Optimieren. Du überarbeitest deine Webseite zum fünften Mal, statt Kunden anzusprechen. Du feilst an deiner Biografie, statt ein Angebot rauszuschicken. Du verbesserst die Schriftart deines Logos, statt den Preis zu erhöhen. Optimieren fühlt sich an wie Arbeit. Ist es auch. Nur nicht die Arbeit, die Geld bringt.

Das strategische Abwarten. „Ich warte, bis die Webseite fertig ist.“ „Ich warte, bis ich genug Follower habe.“ „Ich warte auf den richtigen Moment.“ Der richtige Moment kommt nicht. Er wird hergestellt. Durch Konsequenz.

Die Ersatzhandlung. Du postest auf Instagram, statt Angebote zu schreiben. Du netzwerkst, statt zu verkaufen. Du liest über Marketing, statt Marketing zu machen. Alles fühlt sich geschäftig an. Nichts bewegt den Kontostand.

Das Einzel-Gespräch mit sich selbst. Du denkst nach. Viel. Du wägst ab. Du überlegst. Du drehst es hin und her. Und am Ende entscheidest du: „Ich schlafe nochmal drüber.“ Und schläfst. Und schläfst. Und schläfst.


Was Konsequenz in der Praxis bedeutet

Konsequenz ist langweilig. Das muss gesagt werden.

Es ist nicht der große Durchbruch. Nicht die eine Erkenntnis, die alles verändert. Konsequenz ist: Montag den Newsletter schreiben. Dienstag das Angebot verschicken. Mittwoch den Preis auf die Webseite setzen. Donnerstag jemanden ansprechen. Freitag die Buchhaltung machen.

Keine davon ist aufregend. Alle davon sind notwendig.

Konsequenz ist auch: Den Preis erhöhen und nicht am nächsten Tag zurückrudern, weil sich eine Interessentin gemeldet hat, der es zu teuer ist. Ein Angebot streichen und nicht zwei Wochen später wieder reinstellen, weil „vielleicht doch jemand danach fragt.“ Einen klaren Satz auf die Webseite schreiben und nicht am Wochenende wieder weich formulieren, weil er sich „zu hart“ anfühlt.

Konsequenz ist das, was nach der Entscheidung kommt. Und sie ist schwerer als die Entscheidung selbst.


Die Lücke schließen

Ich erzähle dir nicht, dass du es „einfach tun“ musst. Das ist genauso nutzlos wie „fühl mal rein.“

Was ich dir sage: Die Lücke zwischen Klarheit und Konsequenz schließt sich nicht durch mehr Nachdenken. Sie schließt sich durch eine Struktur, die dich zwingt, am Ball zu bleiben. Durch Termine, die stehen. Durch Ergebnisse, die du ablieferst. Durch jemanden, der fragt: „Und? Hast du es gemacht?“

Nicht motivierend. Nicht inspirierend. Sondern verbindlich.

Weil Verbindlichkeit der einzige zuverlässige Ersatz für Willenskraft ist. Und Willenskraft reicht nie lange genug.


Eine letzte Frage

Was hättest du heute anders, wenn du vor sechs Monaten umgesetzt hättest, was du damals schon wusstest?

Denk nicht lange darüber nach. Du kennst die Antwort. Du kennst sie sofort.

Und jetzt die eigentliche Frage: Was weißt du heute, das du in sechs Monaten wünschen wirst, umgesetzt zu haben?

Noch hast du die sechs Monate.


Dieser Artikel ist für jede Frau, die einen weiteren Kurs kaufen wollte. Kauf keinen Kurs. Tu das, was du im letzten gelernt hast. Das reicht.

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