Du hast kein Positionierungsproblem. Du hast ein Festlegungsproblem.

Der Unterschied kostet dich jeden Monat Geld.


Du hast schon drei Positionierungsworkshops gemacht. Du hast Zielgruppen-Avatare erstellt, Werte definiert, Mission Statements formuliert. Du hast Moodboards, Markenfarben und einen Elevator Pitch, den du im Schlaf aufsagen kannst.

Und trotzdem bucht niemand klar bei dir.

Nicht weil du schlecht positioniert bist. Sondern weil du dich nicht festgelegt hast.


Positionierung ist nicht Festlegung

Das verwechseln fast alle. Und die Branche hilft kräftig dabei, diese Verwechslung am Leben zu halten.

Positionierung ist ein Konzept. Du überlegst, wo du stehen könntest. Du analysierst den Markt, vergleichst dich mit anderen, suchst deine Nische. Das ist intellektuelle Arbeit. Und sie fühlt sich produktiv an.

Festlegung ist eine Entscheidung. Du sagst: Das ist mein Angebot. Für diese Menschen. Zu diesem Preis. Punkt.

Positionierung lässt Türen offen. Festlegung macht Türen zu. Und genau deshalb machen so viele Selbstständige lieber noch einen Workshop, noch eine Analyse, noch eine Runde „da muss ich nochmal drüber nachdenken.“


Warum Festlegung so schwer ist

Weil Festlegung bedeutet, etwas aufzugeben.

Wenn du sagst „Ich arbeite mit selbstständigen Frauen über 45, die ihr Angebot schärfen wollen“, dann sagst du gleichzeitig: Ich arbeite nicht mit Berufseinsteigern. Nicht mit Männern. Nicht mit Konzernen. Nicht mit allen, die „mal schauen wollen.“

Und dein Kopf sagt sofort: Aber was, wenn da jemand anfragt? Was, wenn ich Umsatz liegen lasse? Was, wenn die Nische zu klein ist?

Das sind keine dummen Fragen. Aber es sind Fragen, die dich im Kreis halten. Seit Monaten. Vielleicht seit Jahren.

Die Wahrheit ist: Du lässt nicht Umsatz liegen, wenn du dich festlegst. Du lässt Umsatz liegen, solange du es nicht tust. Weil niemand versteht, wofür du stehst. Weil dein Angebot nach Gemischtwarenladen klingt. Weil potenzielle Kundinnen auf deine Webseite schauen und denken: „Klingt irgendwie nach allem.“

Irgendwie nach allem heißt: nicht nach mir. Und dann klicken sie weg.


Der Gemischtwarenladen-Test

Mach den Test. Geh auf deine eigene Webseite und lies den ersten Absatz so, als wärst du eine Fremde.

Weißt du nach drei Sätzen, was du bekommst? Weißt du, ob es für dich ist? Weißt du, was es kostet?

Wenn du eine dieser Fragen nicht sofort beantworten kannst, hast du kein Marketing-Problem. Du hast ein Festlegungsproblem.


Was Festlegung wirklich bedeutet

Festlegung ist nicht für immer. Das ist das große Missverständnis. Du heiratet kein Angebot. Du entscheidest dich für die nächsten 12 Monate. Danach kannst du anpassen, erweitern, verändern.

Aber du brauchst diesen einen klaren Punkt, von dem aus du arbeitest. Einen Satz, der trägt. Ein Angebot, das keine Erklärung braucht. Einen Preis, den du nicht rechtfertigst.

Festlegung bedeutet:

Ich sage das jetzt so. Ich kommuniziere das so. Ich verkaufe das so. Und ich höre auf, es ständig infrage zu stellen.

Nicht weil es perfekt ist. Sondern weil „gut genug und festgelegt“ mehr Umsatz bringt als „perfekt und immer noch im Kopf.“


Die 14-Tage-Wahrheit

Ich habe mit vielen Frauen gearbeitet, die jahrelang an ihrer Positionierung gefeilt haben. Die meisten brauchten keine neue Erkenntnis. Sie wussten längst, was sie tun wollen und für wen. Sie brauchten jemanden, der sagt: Jetzt legen wir das fest. Heute. Nicht nächste Woche.

14 Tage reichen. Nicht für einen „Prozess“. Sondern für eine Entscheidung mit Struktur.

Am Ende steht kein neues Moodboard. Am Ende steht ein Satz auf deiner Startseite, der funktioniert. Ein Preis, der steht. Ein Angebot, das gebucht wird.

Oder du machst noch einen Workshop.


Dieser Artikel ist für jede Selbstständige, die das Gefühl hat, „fast fertig“ zu sein mit ihrer Positionierung. Du bist nicht fast fertig. Du hast dich nur noch nicht festgelegt.

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